Die Geschichte von GUP

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Wie viele andere Tessiner Geschichten, entstand auch jene von GUP aus der Euphorie eines berüchtigten «Carnevale». Giovanni, der Gründer von GUP, war Teil einer mutigen Gruppe von Gleitschirmfliegern, welche die verrückte Idee hatte, über Bellinzona zu fliegen, um ein paar Konfettis über den ahnungslosen Köpfen der Umzugsteilnehmer zu verstreuen. Die Konfettis wurden zwar abgeworfen, aber Giovanni, fasziniert vom Spektakel der Tänzerinnen, flog ein bisschen zu tief und legte eine spektakuläre Landung hin. Um die Lizenz des Piloten nicht zu gefährden wird auf die packenden Details des Malheurs nicht weiter eingegangen. Es reicht zu erwähnen, dass der Schirm auf einem dornigen Gegenstand landete und dass dieser gleich das Zeitliche segnete. Das Wrack verschwand unter der Treppe, bis Veronica ihren Bruder Giovanni um die Erlaubnis bat es sezieren zu dürfen, um sich an Schneiderarbeiten zu erfreuen. Während er seine Schwester beobachtete, wie sie Säckchen verschiedener Formen kreierte, entwickelte Giovanni eine neue, weniger fasnächtliche Idee. Der Stoff war genial: robust, wasserabweisend, extrem leicht und mit einem sehr kleinen Packmass. GUP war zumindest in Giovannis Kopf bereits entstanden. Um auf eigenen Beinen zu stehen fehlten dem Projekt aber noch wichtige Synergien.

Eines Tages schenkt Giovanni eines seiner Säckchen Martino, das vom pragmatischen Handwerker sofort getestet wird. Seine Gedanken synchronisieren sich mit denjenigen des Piloten: das Recyceln dieses Materials hat Potenzial! Aber da der Eine von Holz und der Andere von Mädchen verzaubert wird, fehlt der geübte Schneider noch immer. Unerwartet kommt die Hilfe nun von Martinos Mutter Francesca, welche ihre Kontakte durchstöbert und unverhofft ein Ass aus dem Ärmel zückt: Cengiz.

Mit einem fröhlichen Blick und einem herzlichen Lächeln unter dem Schnurrbart, ist Cengiz das Herzstück, das die Ideen in die Praxis umsetzt. Mit seinen agilen und begabten Händen werden die Überreste des Schirms in der Form von zahlreichen Artikeln wiederbelebt. Cengiz hat kurdische Wurzeln und musste wegen seiner politischen Zugehörigkeit aus der Türkei fliehen. Im Tessin und auf der Suche nach neuen Herausforderungen, entscheidet er sich, mit der Unterstützung seiner Familie und den beiden Jungs dieses Abenteuer zu starten.

Von der Euphorie der Verwirklichung des Projektes getrieben, vergessen die drei beinahe, dass noch eine fundamentale Komponente fehlt: der Stoff. Glücklicherweise muss nicht auf den nächsten «Rabadan» gewartet werden, da Matteo genau zur richtigen Zeit auf dem Radar von GUP erscheint. Der «Valmagia» ist ein Meister der Lüfte und bisher nicht bekannt für Bruchlandungen. Im Gegenteil, er zählt zu den Berühmtheiten in der Gleitschirmszene und hat dadurch Zugang zu vertraulichen sowie unerschöpflichen Quellen von Schirmen, die auf ihr nächstes Leben warten. Das Quartett ist nun komplett und die Segel von GUP sind gehisst. Die Nähmaschine summt, und die ersten Produkte sind bereit für neue, irdische Abenteuer!

Abenteuer, die in unserer vernetzten Welt auch online einen kleinen Schub brauchen. Zum Glück gewinnt das Team mit Bea eine lokale Berühmtheit, die zwar nicht mehr zwischen den Stangen des Abfahrtsskis rast, aber weiterhin elegant in den begehrten Social-Media-Kreisen pirouettiert. Sie ist diejenige, die nun zwischen den Lachern dafür verantwortlich ist, dass die Machenschaften von GUP auch in den Medien auftauchen. Stay tuned!